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Gesetze, Verordnungen, ...

Vorbemerkungen

Unser Leitmotiv ist - angelehnt an das Motto von SlowFood - "Gut, sauber, fair". Im Alltag, speziell, wenn wir uns in der Öffentlichkeit präsentieren, also auf Messen oder Märkten, werden wir oft sehr argwöhnisch betrachtet. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertriebsstellen von Lebensmitteln (vom Discounter - bis zum gehobenen Supermarkt), müssen wir oft die Qualität unserer Lebensmittel erklären. Warum eigentlich, bei den regelmäßigen Besuchen bei Discountern/Supermärkten haben wir dieses Verhalten praktisch nie beobachtet. Jeder Kunde kann bei uns alles probieren inklusive kostenloser, fachgerechter Beratung. Wir haben damit kein Problem. Daher haben wir unter Wissenswertes Informationen aus offiziellen Quellen zusammengestellt, um einige Sachverhalte im Lebensmittelbereich transparent zu machen. Machen Sie sich also Ihr eigenes Bild.

Allgemeines

Wir möchten Sie auf dieser Seite etwas über die Gesetze und Verordnungen im Lebensmittelbereich informieren. Bekanntermaßen sind Gesetzestexte keine leichte Prosa. Trotzdem sollte man sich mit ihnen auseinandersetzen,  schließlich sind sie die Grundlage für die Produktion und den Handel.

Vielleicht können wir ein wenig dazubeitragen, in dem wir ein bischen Klarheit über einige Sachverhalte geben, die im Alltag oft unter der Rubrik: "Hab ich gehört/gelesen?" firmieren. Oft werden sie nach dem Prinzip "Rohrpost" weitergegeben. Aber durch Wiederholen werden unrichtige Aussagen nicht besser. Im folgenden stellen wir Ihnen - hoffentlich - eine Hilfe durch den Gesetzes- und Verordnungsdickicht zur Verfügung. Wir glauben, dass sich ein Blick in die Gesetze und Verordnungen lohnt. Wir hoffen auch, dass Sie ein bischen lernen, wie Formulierungen zu interpretieren sind, das ist viel wichtiger als der eigentliche Text. Ein kleines Beispiel aus dem Bereich Olivenöl:

Die Lebensmittelmittelkennzeichnungsverordnung zwingt die Hersteller, Dinge auf das Etikett zu drucken, die sie lieber verschweigen möchten. Dafür lassen die Gesetze genügend Spielraum. Auf dem Etikett eines spanischen/italienischen/griechischen/egalwoher Olivenöl steht: "Importiert von Fa. xyz". Fragen wir die/den Frau/Mann auf der Straße, erhalten wir in mehr als 90% der Fälle die Antwort: "Ja, der Händler natürlich". Das liegt nahe, ist aber falsch. Der Händler importiert immer, in unseren Breiten gedeihen keine Olivenbäume (lassen Sie sich von der Dekoration Ihres nahegelegenen Cafés mit/ohne mediterranem Flair nicht täuschen). Richtig wäre die Antwort: "Der Hersteller des Olivenöls importiert die Oliven (oder gleich das ganze Öl)". Die Gesetzgebung zwingt den Hersteller dazu, das Urspungsgebiet seines Produktes zu deklarieren. Sie sollen aber nicht wissen, dass Ihr liebgewonnenes italienisches Olivenöl aus allen möglichen Oliven (oder Ölen) gemacht wurde, nur halt nicht aus italienischen. Inzwischen können Sie auf den Etiketten vieler Olivenöle, statt obiger Formulierung, lesen: Mischung von Olivenölen aus der Gemeinschaft. Aus unserer Sicht ist das ein Fortschritt in der Deklarierung, weil es zumindest einigermaßen ehrlich ist. Denn: es steht hier Mischung, nicht unbedingt frisch gemacht, oft fehlt der Erntejahrgang!. Das Öl ist dadurch aber keinen Deut besser geworden.

Zentrale Gesetze und Verordnungen

Wir möchten Ihnen ein paar wichtige Gesetze und Verordnungen im Lebensmittelbereich nahe bringen, über deren Inhalt man informiert sein sollte. Alles Philosophieren und Diskutieren mag schön sein, am besten man zieht sich auf die Fakten zurück. Zu den interessanten Gesetzen/Verordnungen zählen aus unserer Sicht:

  • die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung (Abkürzung: LMKV),
  • die EU-Vordnung über Zusatzstoffe (Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 + 1130/2011),
  • die Essigverordnung,
  • die DOP-Zertifikate (sie finden Sie unter DOP-Regionen in der Rubrik Wissenswertes).

Sie können die jeweiligen Originaltexte durch Anklicken als PDF-Dateien öffnen. Für die Aktualität der jeweiligen Dokumente übernehmen wir keinerlei Haftung. Für Interessierte ist hier noch der Link zu den EU-Verordnungen (allgemein).

Im Zeitalter der EU sind alle hier behandelten Gesetze/Verordnungen auf EU-Ebene übergeordnet geregelt. Den Mitgliedsstaaten ist jedoch vorbehalten, in Ausnahmefällen von bestimmten, allgemeinen Vorschriften abzuweichen (Präambel Absatz 13). D.h. prinzipiell gilt immer das EU-Recht, in Einzelfällen das Länderrecht.

Die LMKV basiert auf zwei grundsätzlichen Begriffen, die in Artikel 1 geregelt sind:

  • Etikettierung. Umfasst alle Angaben, Kennzeichnungen, Hersteller- oder Handelsmarken, Abbildungen oder Zeichnungen, die sich auf ein Lebensmittel beziehen
  • vorverpackte Lebensmittel.

In Artikel 3 wird geregelt, welche zwingenden Angaben auf dem Etikett sein müssen:

  • die Verkehrsbezeichnung,
  • das Verzeichnis der Zutaten,
  • die Menge bestimmter Zutaten oder Zutatenklassen,
  • die Nettofüllmenge,
  • das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum,
  • Anweisungen für Aufbewahrung und Verwendung,
  • Name, Firma und Anschrift des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers,
  • Ursprungs- und Herkunftsort,
  • Gebrauchsanleitung,
  • Alkoholgehalt (bei mehr als 1,2 Volumenprozent).

In Artikel 6 wird das Verzeichnis der Zutaten geregelt und zwar in zwei Kategorien

  • erforderliche Angabe für alle Lebensmittel, die in den Anhängen I - III aufgeführt sind,
  • Lebensmittel, für die die Angabe nicht erforderlich ist.

Zu letzteren gehören

  • frisches Obst und Gemüse,
  • Käse, Butter, fermentierte Milch und Sahne,
  • Erzeugnisse aus einer einzigen Zutat.

Artikel 6 Absatz 4 regelt was eine Zutat ist und was nicht. Hier wird es für den Verbraucher interressant.

Als Zutaten und Zusatzstoffe müssen alle diejenigen Stoffe deklariert werden, die im Endprodukte verbleiben.

Nicht deklariert werden müssen solche Stoffe, die für die Herstellung zugesetzt werden, aber nicht im Endprodukt verbleiben (Stichwort: technologische oder technische Hilfsstoffe). Ein ganz brisantes Thema.

Ebenfalls in Artikel 6 ist die Reihenfolge der Zutaten geregelt: Alle Zutaten in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils zum Zeitpunkt der Verarbeitung.

Artikel 7 behandelt die Menge der bei Herstellung verwendeten Zutaten.

Artikel 8 behandelt die Nettofüllmengen der Lebensmittel.

Artikel 9 regelt die Angabe von Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Hierfür haben wir einen eigenen Punkt vorgesehen unter Wissenswertes.

In Artikel 13 Absatz 2 wird die Lesbarkeit des Etiketts geregelt: alle Angaben müssen leicht verständlich sein und werden an gut sichtbarer Stelle deutlich lesbar und unverwischbar angebracht. Unsere Erfahrung ist, die Lebensmittelindustrie nützt alle Wege, das Unangenehme so klein wie möglich aufzudrucken oder in gefühlsduseligen Texten zu verstecken.

 

 

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