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Die Mindesthaltbarkeit

Das Lebensmittelrecht kennt zwei wesentliche Kennzeichen bezüglich Haltbarkeit und Verzehrfähigkeit von Lebensmitteln. Es sind dies:

  • die Mindesthaltbarkeit,
  • das Verbrauchsdatum.

Verbrauchsdatum

Mit dem Verbrauchsdatum werden Lebensmittel gekennzeichnet, die nur sehr kurze Zeit bei entsprechender Lagerung haltbar bzw. sehr schnell verderblich sind. Hierzu gehören zum Beispiel Frischfisch, Hackfleisch. In der Gesamtheit aller Lebensmittel ist das aber nur ein sehr geringer Anteil, der betroffen ist. Der Verzehr solcher Lebensmittel wird nur bis zum aufgedruckten Datum garantiert und festgelegt. Sie dürfen nach Ablauf nicht mehr in den Handel gebracht werden. Geregelt wird das Verbrauchsdatum in §10 der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung (kurz: LMKV).

Mindesthaltbarkeitsdatum

Der Großteil der Lebensmittel ist mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz: MHD) versehen. Es ist geregelt im §9 der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung. Mit dem MHD garantiert der Hersteller die optimale Qualität des Produkts bis zum aufgedruckten Datum. Nach Ablauf des Datums ist das Lebensmittel weiterhin verzehrfähig und hat in der Regel wenig Einschränkungen in der Qualität. Ein einfaches Beispiel: Joghurt, dessen MHD ein Tag oder länger (vielleicht eine Woche oder mehr) überschritten ist, kann man bei sachgerechter Lagerung weiterhin essen, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen.

§9 regelt in Absatz 5 aber auch für welche Lebensmittel kein MHD angegeben werden muss. Dazu gehören zum Beispiel u.a. frisches Obst und Gemüse (Anmerkung: was ist frisch?), alkoholische Getränke, Essig, Speisesalz, Zucker.

Aber auch bei Backwaren und Speiseeis in Portionspackungen ist kein MHD nötig. Bei letzterem könnte es daran liegen, dass einfach der Platz auf der Verpackung nicht ausreicht oder man müsste einen Beipackzettel analog von Medikamenten anhängen. Das könnte man zumindest beim Studium der Zutatenliste der analogen Familienpackung vermuten.

Lebensmittel, deren MHD überschritten ist, dürfen weiterhin - mit angemessenem Abschlag - verkauft werden. Es obliegt dem Händler wie viel Abschlag er gewährt.

Unsere Erfahrung ist, dass doch der eine oder andere Kunde gerne mal zu einem Produkt greift, dessen MHD abgelaufen ist, als zu dem mit gültigem MHD zum regulären Preis. Hauptsache es ist billiger. Vom Discounter bis zum Schicki-Micki-Markt kennt man doch die Angebote für Lebensmittel, die kurz vor Ablauf des MHD (d.h. meist 1 Tag) stehen, und "preisgünstig" angeboten werden.

Auch in der Olivenölbar finden Sie manchmal solche Produkte. Unser Ziel ist allerdings nicht, diese Nische zu bedienen. Die Produkte sind einfach zu schade, um nach Ablauf des MHD weggeworfen zu werden. Sie werden immer mal ein paar Sonderangebote finden, man kann nicht für jedes Produkt bis ins kleinste kalkulieren. Es wird die Ausnahme bleiben. Was dennoch übrig bleibt, verwende ich privat.

Unsere Botschaft an Sie ist: Für Lebensmittel, die hohe Qualität aufweisen, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum wichtig, aber nicht entscheidend für dessen Qualität. Leider wird in unseren Breiten sehr oft das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Verfalls- bzw. Verbrauchsdatum verwechselt.

Mindesthaltbarkeit für Olivenöl im Detail

Auch Olivenöle sind mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen. Was viele Verbraucher nicht wissen ist, dass dieses Datum erst ab dem Tag der Abfüllung in Flaschen/Kanister und nicht ab dem Tag der Herstellung berechnet wird. Olivenöl wird im gewerblichen Bereich in luftdichten Stahltanks gelagert. Am Tag der Abfüllung wird das Öl mit dem MHD versehen, je nach Hersteller kann es bei 12 - 18 Monaten liegen. Das kann dazu führen, daß ein Öl der Vorsaison ein fast gleiches, eventuell MHD als das der aktuellen Saison haben kann (Beispiel für Saison 2014: Öl der Vorsaison, abgefüllt im Oktober 2014 mit 18 Monaten MHD, und Öl der Saison 2014, abgefüllt im November 2014 mit 12 Monaten MHD).

Selbst nach Ablauf des MHD ist ein Olivenöl bei sachgerechter Lagerung und Verwendung weit darüberhinaus verzehrbar. Man sollte aber bedenken, es ist ein Lebensmittel und nicht als Ausstellungsstück für die Vitrine produziert.

Je nach Abfülldatum kann es zu Überlappungen im MHD bei unterschiedlichen Jahrgängen kommen. Den Erntejahrgang erkennen Sie bei italienischem Ölivenöl, sofern das Etikett in italienischer Sprache verfasst ist, an den Begriffen

  • raccolta (Erntejahr)
  • annata (Jahrgang)

Beide können entweder für das Jahr der Ernte (nur die Jahresangabe) oder Erntejahr/Abfülljahr (zwei Jahresangaben) stehen. Folgende Beispiele:

  • raccolta 2012. Ernte Ende des Jahres 2012, Abfüllung in 2012 oder 2013.
  • raccolta 2012/2013. Ernte Ende des Jahres 2012, Abfüllung in 2013.

Essig und das Mindesthaltbarkeitsdatum

Auf den meisten handelsüblichen Essigen und auch auf einigen Essigen der Olivenölbar ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt. Aber, §4a Absatz 2  der Essigverordnung besagt: "Abweichend von § 3 Abs. 1 der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung brauchen nicht angegeben zu werden: bei Essigen (§ 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 4) das Mindesthaltbarkeitsdatum."

§4 regelt die davon betroffenen Essige:

  • Gärungsessig als "Essig" in Verbindung mit der Angabe der Ausgangs- und Rohstoffe;
  • Essig aus Essigsäure als "Essig aus Essigsäure"
  • Essig aus Essigessenz als "Essig aus Essigessenz";
  • mit Essigessenz oder Essig aus Essigessenz vermischter Gärungsessig als "Essig" mit dem Hinweis
    "hergestellt unter Zusatz von Essigessenz";
  • mit Essigsäure oder Essig aus Essigsäure vermischter Gärungsessig als "Essig" mit dem Hinweis "hergestellt
    unter Zusatz von Essigsäure".

Im Original können Sie die Essigverordnung hier im PDF-Format einsehen.

Fazit: Essig benötigt kein Mindesthaltbarkeitsdatum.

 

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